Dienstag, 6. September 2011

Die Erfüllung eines Traumes…

[Las Vegas 2 – Waco – Amarillo – Cadillac&Bug Ranch – Roswell – Albuquerque – Very Large Array – Flagstaff 2 – Route 66 – Las Vegas 3]
Leute, Las Vegas ist noch ein Stück unrealer als Dubai! Die ersten vier Tage in dieser Stadt (die sich auf Strip und Fremont Street beschränkt) ist pure Reizüberflutung. Man weiss nicht wo man hin schauen soll…auf das ganze Volk, dass sich auf dem Strip vergnügt, die verrückten Gebäude, die wirren Lichter, die openair Shows…rein ins Casino, etwas Abkühlung, raus durch verwinkelte Passagen, zu diesem Highlight, in jene Bar... Am kollisionsanfälligsten sind die unberechenbaren Asiaten, die einem mit ihren I-Pads in der Gegend herum filmend entgegen kommen. Ich nutze die Zeit bis Sonntag 14.08.11 um den Strip besser kennen zu lernen, all die verpassten Highlights noch zu sehen (alles schafft man eh nicht), solide auszugehen und vor allem für die Erfüllung meines Traumes: Der Kauf des neuen Chevy Camaro Cabrio, den ich nach meiner Zeit in den USA als Souvenir in die Schweiz importieren will.
Für d’Pink Pearl :-)
Show der Sirenen – Must See!
Kult!
Das mit dem Autokauf zeigt sich wiedermal als etwas komplexer, als vorgestellt. Nachdem ich lokale Chevy Händler per Email ausfindig gemacht habe, habe ich am Mittwoch den 10.08.11 einen Termin bei Findlay Chevrolet (unterwegs zum Händler versucht mir der Taxifahrer seinen alten 1997er Camaro anzudrehen – es sei ja auch Cabrio). Der Nigel-nagel-neue rote 2LT wäre an Lager, doch General Motors macht unserem Deal einen Strich durch die Rechnung: Nach Abklärungen ergibt sich, dass wegen Parallelimporten (USD Kurs sei Dank!) der Verkauf von Neuwagen an Ausländer verboten wurde (und der Händler will den Verlust seiner Lizenz verständlicherweise wegen mir nicht riskieren). Um meinen Frust entgegenzuwirken gönne ich mir beim Stripburger die besten Cheddar-Cheese-Fries in town. Dort lerne ich Amanda und Josh aus Kanada kennen. Wir verabreden uns (inkl. Kris und Andrew, zwei Freunde von ihnen) im „Surrender“ im  stylishen Encore Beach Club für heute Abend, wo uns mein Concierge auf die VIP Gästeliste setzt und wir so 250 USD sparen. Der Abend verdient einmal mehr die Zensur „Steil“ und ich gewinne sogar noch 10 USD von einem fremden Israeli bei meiner Schnapsidee „Club-Challenge“ wo’s drum geht, im Club einen anderen Schweizer zu finden.:-) Donnerstag der 11.08.11 ist dementsprechend ein Hangovertag, den ich aber gekonnt nutze um Plan B für meinen Trum zu entwickeln: Occasions-Camaro. Gar nicht mal so einfach, denn das Cabrio Modell, welches ich will gibt’s erst seit Februar 2011. Ich werde aber fündig: In Waco, Texas, gibt’s einen gelben Bumblebee! Am Freitag steht nebst Fitness und Pool die Blue Man Group auf meiner to-do List. Die unterhaltsam-rockig-farbig-drummende Show, wobei das Publikum mit einbezogen wird, ist absolut empfehlenswert. Eigentlich will ich heute einen ruhigen Abend machen, doch wie es halt so ist, folge ich dem Captain und ende im Carnaval Court, wo ich in Sabine und Melanie kennen lerne, die beide aus Winterthur kommen. Unsere „Winti-Night“ führt uns in dieser Nacht noch ins TAOs, durchs Venetian und ins Encore und endet in der Morgensonne beim Mc Donald’s-Burgerfrühstück.
Good Morning Vegas!
Am Samstag 13.08.11 fälle ich den Entscheid für den Autokauf in Waco. Flux buche den Flug nach Dallas und kämpfe mich noch einmal durch den Vegas Strip by night. Wohlweislich ziehe ich das Packen dem Ausgehen vor, damit ich am Sonntagmorgen, den 14.08.11, rechtzeitig am Flughafen bin. In Dallas angekommen warte ich ewig auf mein Gepäck, bis ich meinen Rucksack schlussendlich einsam und verlassen, wie ein dicker Paddington Bear, bei der „bulky items“ Ausgabe finde. Dies ist das Zeichen, dass ich jetzt definitiv zu viel Gepäck habe. Als ich der Budget-Car Rental Verkäuferin von meinem Camaro-Kauf erzähle, ändert sie mir meine Economy-Car Reservation auf einen gelben 2LT 2011er Camaro Cabrio, genau das Modell, welches ich mir kaufen will. Die 2h Fahrt von Dallas nach Waco in „meinem“ Camaro ist ein grosses „Iiiihaaaa“. Am nächsten Tag steht der Deal. Der Vertrag ist unterschrieben, das Auto wird optisch noch etwas aufgepimpt (Dual Ralley Stripes, seitliche Quarter Panel Vent Stripes und das goldene Chevy Logo schwarz eingefärbt). Die Jungs von der Garage Allen Samuels in Waco unterstützen mich ebenfalls bei der Temporären Autonummer und beim Abschluss der Versicherung. Thanx! Derweil besichtige ich am Dienstag, den 16.08.11 das Dr. Pepper Museum in Waco (das Xöff wurde hier erfunden) und cruise mit dem gemieteten Camaro zurück nach Dallas, bleibe eine Nacht dort und nehme am 17.08.11 den Greyhound Bus nach Waco. Der Donnerstag, 18.08.11 geht in die Geschichte ein (in meine persönliche jedenfalls): Schlüsselübergabe von meinen gelben 2LT Camaro Cabrio!
Ein weiteres „Highlight“, das Waco zu bieten hat, ist das patriotische Texas Ranger Museum, welches ich mir natürlich nicht entgehen lasse, wenn ich schon mal hier bin. Hier wird die Geschichte über die erhabene Strafverfolgungsbehörde von Texas, viele Colts und leider nur ein Bild von Chuck Norris gezeigt. Danach cruise ich mit meinem neuen Auto ca. 7.5h nach Amarillo. Die Gegend hier ist karg und ich sehe ausdrücklich viele verlassene Häuser, Tankstellen und Westernsaloons.
Schlüsselübergabe für Bumblebee
So sieht ein erfüllter Traum aus… :-)
Legendary Camaro Jump-Picture
Chuck Norris kann Zwiebeln zum Weinen bringen
19.08.11: Graffiti Sprayen ist angesagt! Ich muss vielleicht etwas ausholen… In Amarillo ist die Cadillac Ranch, eine Kunstinstallation, wobei zehn Cadillacs up-side-down im Steigungswinkel der Pyramiden von Gizeh in einem Feld eingegraben sind. Besucher werden ausdrücklich ermuntert, hier ihre farbigen Spuren zu hinterlassen. Der Boden scheint in dieser Gegend für Fahrzeuge sehr fruchtbar zu sein, denn ca. 40km östlich der Cadillac Ranch ist in einer gottvergessenen Gegend die Bug Ranch mit 5 VW Käfer, die dereinst, um Touristen anzulocken, ebenfalls Schnauze-tief eingegraben wurden (hat nicht funktioniert, es ist wortwörtlich ausgestorben hier). Selbstverständlich lasse ich an beiden Orten meine Kreativität walten…mit dem Resultat, dass meine Hände silbern und violett sind und ich am nächsten Tag Muskelkater in den Händen habe (das mit dem Muskelkater ist mir früher nie passiert). Mein 8h Roadtrip fürt mich über Roswell (UFOs und Aliens sehe ich leider nur im Museum) nach Albuquerque. Die rasante Cabriofahrt über die abgelegenen Strassen unter der strahlenden Sonne im grüneren New Mexico ist unbeschreiblich. Als ich am Horizont eine riesige schwarze Fläche sehe, weiss ich noch nicht, dass ich schon bald die grösste Cattle-Ranch ever sehe (und rieche!), die sich über Quadratkilometer erstreckt. Die armen Viecher stehen eng eingepfercht in der prallen Sonne und warten, bis sie in die US-Fastfoodmaschinerie geraten. Ein bisschen weiter sehe ich passenderweise auf der linken Seite des Highways eine grosse Mc Donald’s Werbung und paradoxerweise fast auf gleicher Höhe auf der rechten Seite die Werbung 1-800-Weight-Loss. That’s USA!
Cadillac Ranch
Meinen Bloglesern gewidmet!
Bug Ranch - beachte rechten VW…
…zu Ehren meiner F6 WG@Home neu eingefärbt!

Am Samstag, den 20.08.11 fahre ich 8h von Albuquerque nach Flagstaff, womit sich der Kreis wieder schliesst. Auf dem Weg lege ich beim Very Large Array (VLA) einen Zwischenstopp ein und besichtige das interessant gestaltete Museum inkl. Walking-tour zu einem der Teleskope. Im VLA scannen 27 einzelne Riesenteleskope in Y-förmiger Anordnung den Himmel nach Radiowellen ab. Das VLA hat seinen Fame mit dem Auftritt in den Filmen Contact, Independence Day, Terminator Salvation und selbstverständlich mit meinem Blog erreicht.:-)
Hallooo…? Gibt’s Leben da draussen?
!!!OMG!!!
Ich versuche mich mehrheitlich auf der historischen Route 66 fortzubewegen und erhalte so einmalige Einblicke in die pittoresken Seiten der USA. Auch an dieser Stelle muss ich eine früher gemachte Aussage revidieren: Flagstaff hat nebst dem Pizza Hut ein wirklich geiles Nightlife zu bieten! Obwohl – oder gerade weil? – ich so lange gefahren bin, stürze ich mich in die nächste Bar: „Mia’s Lounge“. Dort lerne ich ein paar Studenten kennen und ziehe mit ihnen weiter in die Flagstaff Brewing Company, wo „Lowcash“ eine lokale Band openair dance-pop-neosoul-Musik spielt. Der vibe ist echt geil und der Captain fliesst in Strömen.:-p
Route 66@Flagstaff
Party@Flagstaff
Nachdem ich am Sonntag, dem 21.08.11 mehr oder weniger ausgenüchtert bin (nicht dass mich noch jemand als „Drunk Driver“ reportet), fahre ich auf der legendären Route 66 nach Vegas. Diesmal residiere ich im nicht empfehlenswerten Planet Hollywood Towers, wo ich zum Einchecken bestimmt 1h anstehen muss und es geschlagene 3h dauert, bis mir mein Gepäck ins Zimmer gebracht wird. Zum Glück hat das Valet Parking meinen Camaro nicht noch verkratzt! Von den vergangenen Tagen (Immerhin habe ich in 4 Tagen Texas, New Mexico, Arizona, Nevada gemacht) bin ich so müde, dass ich sämtlichen Versuchungen in Vegas widerstehe und erst am nächsten Morgen das Hotel beim Auschecken wieder verlasse, um Richtung Kalifornien aufzubrechen…
Typisch Route 66
Some call me Roadrunner :-)

See ya!
Alex
“Life is full of beauty. Notice it. Notice the bumble bee, the small child, and the smiling faces. Smell the rain, and feel the wind. Live your life to the fullest potential, and fight for your dreams.” – Ashley Smith

Montag, 15. August 2011

USA – A crazy Foto-Lovestory in Vegas!!!

[Salt Lake City – Arches National Park – Flagstaff – Grand Canyon – Route 66 – Las Vegas]
Gespannt (und vom langen Fliegen auch etwas verspannt) komme ich via Atlanta am Donnerstag 04.08.11 in Salt Lake City in den USA an. Der Morgenanflug über die weite Seen- und Moorlandschaft mit den grünen Farben und dem blauen, wolkenlosen Himmel ist unbeschreiblich. Die Immigration durch Homeland Security Border Control ist ein Sonntagmorgenspaziergang im Vergleich zu meinem Visa-Versuch: 1h anstehen, scan right thumb, scan right hand, smile into the camera und that’s it… Aus Respekt vor einer Falschdeklaration auf meinem I-94W Formular (Absatz 11: I am bringing […] food […], den ich im Flugzeug selbstsicher mit „NO“ angekreuzt habe) werfe ich noch vor dem Zoll auf dem Klo heimlich die leckeren Yuca-Brötchen weg, die ich eigentlich als Geschenk aus Ecuador für die Ladies mitgebracht habe.
Ich werde bereits von Alex und Manu und ihrem 4x4 Jeep Wrangler erwartet und herzlich begrüsst. Nach einem „kurzen“ Abstecher in den gigantischen Wal Mart, wo die Packungen mindestens 1.5x die Grösse der Produkte unserer Supermärkte in der Schweiz haben (Morgan Spiced gibt’s hier für USD 20 in 1.5lt Flasche), geht unsere Fahrt weiter Richtung Arches National Park.
Als wir dort ankommen bricht ein Gewitter über uns herein, was die mystische Stimmung um die kolossalen roten Felsformationen noch intensiviert. Der Regen hört zum Glück schnell auf, das Gewitter verzieht sich und wir beobachten das Flackern der Blitze  um uns herum. In voller Fotoeuphorie klettere ich auf einen Felsen um von mir ein Yeah-I-rock-the-world-Foto mit ausgespreizten Armen und Beinen schiessen zu lassen. Doch noch bevor Alex die Kamera im Anschlag hat, fühle ich ein komisches Kribbeln in meinem linken Arm, ganz, als ob sich eine elektrische Spannung aufbaut… Fuck!!! Ich exponiere mich hier als Blitzableiter, geht es mir in Sekundenschnelle durch den Kopf, während ich zum Erstaunen der Ladies subito wieder herunter klettere. Einmal mehr Glück gehabt.;-) Wer weiss, was passiert wäre, wenn ich noch einige Sekunden länger hier oben ge-posed hätte? Don’t try this at home!!!
Arches Nationalpark
Gefährliche Gewitterstimmung
Under the Arch
Now who’s the Bighornsheep?!
Stundenlang fahren wir mit 65mph durch die schier endlose Nacht, um Flagstaff zu erreichen. Ich bin völlig übermüdet, rede während dem Fahren nur noch Schwachsinn, um mich wach zu halten (habe seit Mittwochmorgen ca. 1h im Flugzeug geschlafen) und bin froh, als ich das Steuer übergeben kann. Alex und Manu stimmen mir zu: Ausser einem Pizza Hut ;-) gibt es in Flagstaff nichts Besonderes; aber wir nächtigen hier ja auch nur wegen dem Grand Canyon! Die erste Nacht schlafen wir zu dritt in einem Queen-Size Bed und haben je ca. 60cm privacy, so dass ich mir für die zweite Nacht ein eigenes (überteuertes) Zimmer nehme.
Der Grand Canyon löst in uns allen einen Wow-Effekt aus! Er ist noch gigantischer, als ich ihn mir vorgestellt habe und jeder Aussichtspunkt bietet uns wieder neue Szenen und Möglichkeiten für verrückte Fotos (wir unternehmen gefährliche Kletteraktionen für noch ausgefallenere Posen). Ein ca. 20 Minütiger sehr eindrücklicher Helikopterflug und Sunset-watching runden unseren unvergesslichen Trip zum Grand Canyon am 05.08.11 ab.
Chillen am Grand Canyon…
…erfordert manchmal Kletterübungen

Eindrückliche Formationen
Lunch direkt am Canyon
Feierabend
Der Samstag 06.08.11 ist geprägt von Autofahren durch die heisse Steppen- und Wüstenlandschaft von Arizona und Nevada. Unterwegs besuchen wir die Geburtsstädte der legendären Route 66. Unser Navi „Anita“ weist unseren Wrangler „Lord Kingman“ planmässig ans Ziel: Las Vegas, Baby!!! Wie es sich gehört residieren wir im ultramodernen 5-Stern Hotel Trump International – wer will in Vegas denn schon Backpacken?:-)
Route Sixtysix
Noch am selben Abend, nachdem ich mich bei Abercrombie neu eingekleidet habe, mischen wir den ultimativen Club „Studio 54“ vom MGM Grand Hotel&Casino auf. Nach 1 Monat Salsa, Reggaetón und ekligem Rum fühle ich mich hier so richtig zuhause mit richtiger (ok, etwas zu lauter) Clubmusik und Morgan Spiced.;-) Tags darauf am 07.08.11 besichtigen wir Vegas: The Venetian (Venedig by US), Treasure Island (leider verpassen wir die legendäre Show der Sirenen), The Mirage (die Poollandschaft ist der reinste Wahnsinn), Caesars Palace (wir sind in Italien gelandet und der künstliche Himmel macht uns ganz konfus), Bellagio (eindrückliche fountain Show by night and day), New York – New York (Yeah, hier gibt’s ne Skyline in der Skyline), MGM Grand (kurzer Blick auf den goldenen Löwen), den M&Ms Store (pssst…wir haben heimlich genascht!), Fremont Street Experience (eine geniale Sound&Vision-Show), Wedding-Chappell (dazu mehr weiter unten;-)) und Stratosphere Tower (wo wir uns bei fesselnder Aussicht auf Vegas einen „Schlummi“ gönnen).
Clubbing wie die Stars

Vegas, Baby


Die Casinos sorgen bei uns jedes Mal für Verwirrung. Ein Hoch auf die Architekten, die sie so gestaltet haben, dass man fast nicht mehr herausfindet… schliesslich will man die Spieler unter künstlicher Atmosphäre so lang, wie möglich hier behalten. Symbolisch verspiele ich an einem einarmigen Banditen 1 USD und gewinne natürlich nichts.:-)
Unser Vegas-Bummel wird zudem Geburtsstädte einer romantischen Foto-Lovestory.:-)

Szene 1: Einführung

Szene 2: Superman

Szene 3: Der Kampf
Szene 4: Die Prinzessin

Szene 5: Das erste Treffen
Szene 6: Das erste Date

Szene 7: Um die Welt
Szene 8: Der Heiratsantrag

Szene 9: Wedding
Szene 10: The End

Behind the Scenes: Danke Manu, der Fotografin, für die Fotos! Ich habe Superman und auch das M&Ms Männchen NICHT verletzt! Und auch sonst gilt: No animals were harmed during the production of this Foto-Lovestory. Beim Heiratsantrag vor den Bellagio-Fountains applaudieren Passanten. Ich gebe es zu, ich werde etwas nervös.;-) Im Bus fragen wir nach dem Weg zur Wedding Chapel die Leute um uns gratulieren uns und freuen sich riiiiiiiesig!:-) Als wir aus dem Bus aussteigen und in die falsche Richtung laufen, hören wir Gottes Stimme (der Busfahrer hat einen Aussenlautsprecher) sagen: „Other way, the Wedding Chapel is just behind you“. Auf dem Weg zur Wedding Chapel wird Alex O. etwas nervös.:-) Alex  O. verarscht ihre Familie am nächsten Tag mit Fotos, sie hätte wirklich geheiratet. Ob sies glauben, oder nicht, bleibt ungeklärt…
Wir haben zwar die riesige Fashion Show Mall direkt vor unserem Hotel, doch in den USA geht man in noch grössere, günstigere Outlet Stores. Las Vegas hat zwei von dieser Sorte. Eine im Norden, die andere im Süden. So entscheiden wir uns am 08.08.11 uns für Las Vegas Premium Outlets – South, welche wir bequem per Bus erreichen. Nachdem wir ausge-shopped haben (eine Verkäuferin habe ich so verwirrt, dass sie mir gleich beide Artikel zum halben Preis gegeben hat;-)) geht’s zurück zum Hotel, wo wir unseren Jeep fassen, Nordwärts zum Gold’s Gym fahren und eine sensationelle Bodycombat („KIAAAA“) und Bodypump („Mag nüme z’viel Gwicht“) Doppelstunde besuchen. Zum Belohnung gibt’s leckere Sushis im Sushisamba im Palazzo.
Dienstag, 09.08.11, reisen die Ladies weiter nach Kalifornien, während ich mich nochmals für 5 Tage zu einem Schnäppchenpreis ins Trump Hotel einbuche. Habe ich schon erwähnt, dass mein luxuriöses Zimmer im 56-igsten Stock nebst grosser Dusche ein Jacuzzi, eine Kochnische einen grossen Kühlschrank, einen Loungebereich und ein kuschliges King-Size Bed mit 5 Kissen hat? Ha, ich zeige dem Backpacken meine kalte Schulter!:-)

“The world is a book (or sometimes a Foto-Lovestory;-)) and those who do not travel read only one page.” – St. Augustine

Cheers
Alex

Mittwoch, 3. August 2011

Quito: Erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt…

Um 5 Uhr morgens am Freitag, dem 22.07.11, komme ich zerknittert in Quito an. Nachdem ich im zentral gelegenen Queen’s Hostal mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis in Quito eingecheckt (USD 13/Nacht) und doch nochmals etwas Schlaf nachgeholt habe;-), mache ich mich ready für Quito Nightlife, was aber nicht so spektakulär ausfällt, wie damals mit Janine+Janine.:-) Samstag 23.07.11 und Sonntag 24.07.11 ist herumgammeln angesagt. Etwas shoppen, etwas USA planen und am Sonntagmorgen um 4 Uhr werde ich doch tatsächlich von einer Schiesserei vor meinem Hotel geweckt!
Flux ist mein Hotelzimmer zum Reisebüro umfunktioniert
Das erste, was ich am Montagmorgen (25.07.11) mache, ist Kontaktaufnehmen mit der US Botschaft in Quito. Ich will ein Visa für die USA! Auf Emails bezüglich Visafragen wird partout nicht geantwortet heisst es in einem sauertöpfischen Auto-reply auf mein sorgfältig formuliertes Email an die Botschaft. Auch ein Ich-bin-ein-hilfloser-Schweizer-Email führt zum selben Resultat: Der fade Auto-Reply Nr.2. Es führt nichts darum herum für wucherige USD 12 am Telefon einen Pin zu kaufen, der mich berechtigt 8 Minuten mit der Botschaft zu telefonieren. Die Crux an der ganzen Sache ist, dass ich eine Ziffer im 13-stelligen Pin auch nach 3x Wiederholen akustisch nicht verstehe! Die Zahl, welche mir von der elektronischen Stimme vorgelesen wird, hört sich an, wie „häis“, so dass ich mir keine Zahl aus dem englischen 0-9 daraus erraten kann.:-) Nach dem vierten mal Wiederholen drücken mit der Taste „9“ werde ich automatisch mit DD* aus der Embassy verbunden. Die Dame ist weder hilfsbereit, noch motiviert, noch kompetent, noch selbständig, noch intelligent, noch gar nichts. Die Hälfte der 8 Minuten versuche ich ihr zu erklären, dass ich eine Ziffer des Pins nicht verstanden habe. So kommts, wies kommen muss: Mitten im Gespräch für einen möglichen Interview Termin bricht die Leitung ab. Abermals maile ich der Botschaft, dass ich auch am Telefon nicht sonderlich erfolgreich war. Ich kassiere zum dritten Mal den süssen Auto-Reply. Für ein Visum für das Land der Begrenzten Möglichkeiten ist es nämlich so: Man braucht ein persönliches Interview mit einem Botschafter, man füllt einen schier unendliche Onlinefragebogen aus und man muss jede Menge Papierkrams bereit haben (ja, die wollen sogar die letzten Kontoauszüge sehen!). Nun gut, vielleicht mailen die mir freundlicherweise heute ja doch noch zurück. Ich nutze die Wartezeit, um all die Informationen fürs Interview zusammen zu suchen, auszufüllen und auszudrucken.
Das erste, was ich am Dienstagmorgen (26.07.11) mache, ist meine Mails checken. Ausser meiner drei Auto-Reply Trophäen ist nichts von der US Botschaft drin. Es bleibt mir daher nichts anderes übrig, als nochmals so einen Code für 12 USD zu kaufen. Freunde, auch dieses Mal verstehe ich zwei Ziffern des Pincodes nicht (und ich kann auf Englisch auf Zehn zählen)! Das muss ein Systemfehler sein. Mit dem Code 015082“häis“41“häis“438 gelange ich wieder zu Fräulein DD. Diesmal sage ich ihr, dass ich die 8 Minuten konstruktiv nutzen will. Und ich kriege schlussendlich sogar einen Termin angeboten! Am 30.08.11 darf ich zum Interview… Moment, das ist ja in einem Monat!? Yup. Das ist der einzige Termin, welcher der Computer anzeige, meint sie. „Bitch“, denke ich. Ich bleibe scheissfreundlich und versuche ihr meine Situation zu erklären und einen Termin heute oder wenigstens diese Woche zu verhandeln. Nop, es gäbe nichts ausser nochmals nen Pincode anzufragen und USD 12 zu zahlen – ich könne dies übrigens sooft ich wolle wiederholen – aber sie könne mir nicht garantieren, dass der Termin dann viel näher zum heutigen Datum wäre. Klick und da sind die 8 Minuten auch schon wieder um.
Da ich möglichst bald fliegen will, entscheide ich mich zuallererst die Situation mit Humor zu nehmen und dann für Plan B: Das einfacherere Visa Waiver Program. Und so kommt es anders, als gedacht: Aus fünf Monaten USA mache drei. Anscheinend wollen die Amis mein Feriengeld nicht. Der US Konjunktur muss es ja saugut gehen. Um sicher gehen, checke ich die online News und lese Überschriften, wie „Wenn in Washington das Geld ausgeht“, „Die USA braucht eine Schuldenbremse“ und „Die USA taumeln in die Staatspleite“… seid ihr sicher, dass ihr mich nicht doch 5 Monate wollt?
Am Abend gehe zum Bodycombat in Quito und stelle einmal mehr fest, dass die Stunden zuhause im Fitnessplus einfach unschlagbar sind. Dass man nicht mit nassen Haaren am kühlen Quitoabend nachhause laufen sollte, merke ich am nächsten Tag, wo sich Halsschmerzen bemerkbar machen. O-ooo! Nichts desto trotz buche ich mich am Mittwoch, 27.07.11 ins „The-place-to-be-Secret Garden Hostel“ in der Altstadt ein, um ein paar Backpacker für mein letztes, wildes Partyweekend in Quito kennen zu lernen. Ich lerne jede Menge cooler Leute kennen! Die Atmosphäre hier ist super, die „heissen“ Duschen aber lau bis kalt.
Obwohl ich halstechnisch recht angeschlagen bin, gehe ich mit Elly (England), Michael und Paul (zwei Aussies) am Donnerstag 28.07.11 zum Must-see von Ecuador: Die Äquatorlinie. Ganze 40cent kostet uns die ca. 1.5h Busfahrt zur Nullpunktlinie, zum Ort, wo man wegen den Zentrifugalkräften 0.3% weniger wiegt, wo ein Ei auf einem Nagel stehen bleibt und wo man einen Stempel in den Reisepass kriegt, wenn man ihn dabei hat… Auf dem Rückweg bin ich müde und ich friere. Daher beschliesse ich, den Rest des Tages im Bett zu verbringen. Als ich aufwache, habe Hals- und Gliederschmerzen. Na toll… das wars dann mit dem Partyweekend! Aber es kommt ja anders, als man denkt…
On-0°-0‘-0“-Line?
Pass vergessen, dafür Loneley auf S.114 signiert
Das sagenumwobene stehende Ei

Fotografieren verboten? Spass muss sein!




Tags darauf, am 29.07.11 verschlechtert sich meine Lage, es kommt Fieber hinzu. Ein anwesender Backpacker prophezeit: Angina. Ich verkrieche mich umgehend ins Bett und konsumiere sämtliche mich gut dünkenden Medikamente aus meiner mitgebrachten Reiseapotheke. Und siehe da, am Samstag 30.07.11 geht’s mir schon viel besser (Danke Leo+Val!). Nun ist es so, dass ich für Samstag bereits einen Tagestrip für USD 35 zum Cotopaxi Vulkan gebucht und bezahlt habe. Den trete ich dummerweise in meiner Euphorie von Besserung zusammen mit Elly auch an...
Auf der Hinfahrt schlafe ich unter meinem warmen Poncho, da ich allgemein in meinem 6-Betten-„orange“-Dorm relativ schlecht schlafe („relativ“ ist notabene untertrieben). Unterwegs laden wir noch weitere Leute auf, unter anderem auch Katy (USA), welche ich bereits beim Buchen in Quito für diese Tour sozusagen überredet habe.:-)
Der ca. 250m hohe Aufstieg vom Parkplatz zum Base Camp „Refugio José Rivas“ auf 4810m ist pures Gift für meine havarierten Mandeln. Die Angina meldet sich wieder zurück. Hagelschlag, kalter Wind und die dünne Luft tragen ebenfalls ihren Teil bei. Im Basecamp angekommen zittere ich vor Kälte, wie Nachbars Lumpi, und bin froh, dass das Wetter schlecht ist und wir nicht noch einen Sektor höher gehen können. Indes werde ich von den Amis in unserer Gruppe auf meinen bevorstehenden USA Trip gebrieft. Sie zeichnen mir eine Karte mit den Sehenswürdigkeiten, bieten mir Support beim Autokauf an und selbstverständlich soll ich sie besuchen kommen, wenn ich im jeweiligen Staat bin. Cool. Diese netten Amis haben grad einiges wiedergut gemacht, was Miss DD von der Embassy verbockt hat!:-)
Gute Miene zum kranken Spiel
Der Aufstieg im Nebel+Hagel
Da meine Schuhe eklig nass und meine Füsse eisig kalt sind, verzichte ich auf die Downhill Bike Tour und warte im warmen Bus, bis die anderen ausge-biked haben. Meine Stirn glüht. Das anschliessende Mittagessen ist ein Desaster für Vegetarier, so dass ich mich schlussendlich mit Chips, Äpfeln, zwei Scheiben Brot und nem selbst gekauften Goggi zufrieden geben muss (naja, kann ja sowieso nicht Schlucken). Den Rückweg verbringe ich unter meinem Poncho. Ich freue mich auf eine heisse Dusche – shit, gibt’s ja nicht im Secret Garden! – und mein Bett.
4810m und ich war schon fitter…
Beim „Aufwärmen“ in der Hütte
Ich, natürlich der einzige mit Sneakers!
Aussicht egal – will ins Bett!
Per Zufall sind Stephan und Martina, zwei Freunde aus der Studienzeit, auch grad in Town und per noch grösserem Zufall im gleichen Hostel, wie ich. Erst gestern eingecheckt, sind wir uns noch nicht über den Weg gelaufen. Als sie mich heute Abend aufsuchen, bin ich bereits in meinem in Neocitran ertränkten Fieberschlaf…
Wir treffen uns aber zum Frühstück am Sonntagmorgen, den 31.07.11, und verabreden uns auf Dienstag, da sie heute auf den Cotopaxi gehen. Mein Wunsch nach baldiger Genesung, auf eine heisse Dusche und uf dä tüüüfi gsundi Schlaaf sprechen für eine Umsiedlung zurück ins Queen’s Hostal. Dort angekommen buche ich mich bis Mittwoch ein und verschreibe mir 3 Tage strengste Bettruhe. Als nächstes dusche ich Heiss und ausgedehnt, dann lege ich mich ins Bett und wache erst am Abend wieder auf. Auch die nächsten zwei Tage, bis am Dienstag 02.08.11, verbringe ich im Bett und peppe mich auf mit Vitaminen, Zwiebelwickel und Schmerztabletten. Siehe da, die Angina weicht von meinen Mandeln! Dienstagabend fühle ich mich wieder salonfähig und treffe mich mit Stefan und Martina zu einem unterhaltsamen, gemütlichen Abendessen. Am Mittwoch 03.08.11 ist der Tag gekommen wo ich Ecuador verlasse und gespannt in die USA reise…
Mit Stefan+Martina
Happy Gringo – wieder gesund!
Wie ist Quito? Quito ist versmogt, wie Athen, heruntergekommen, wie einst die Ostblockstaaten, gefährlich, wie die Bronx in den 80er Jahren, sehenswürdig, wie jede andere Touristenstadt und ausgangstechnisch Lloret de Mar by Salsa gleichzusetzen. Natürlich gibt’s auch schöne Seiten, aber ich habe definitiv zu viele Nächte in dieser Stadt verbracht, um noch schwärmen zu können. Eigentlich wäre das nicht geplant gewesen… aber eben, meistens kommt es anders… :-)

“One’s destination is never a place, but a new way of seeing things.” – Henry Miller
Cheers
Alex
*Name der Redaktion bekannt